Wissenschaftliche Begleitforschung zur Konfirmandenarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Das Forschungsprojekt

Wissenschaftliche Begleitung der Reform von Konfirmandenarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unter besonderer Berücksichtigung des Erprobungsmodells KU 3/8 ist angesiedelt am Lehrstuhl für Praktische Theologie II/Religionspädagogik von Prof. Dr. Friedrich Schweitzer an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Neben dem Projektleiter Prof. Dr. Friedrich Schweitzer arbeiten im Projekt derzeit zwei wissenschaftliche Mitarbeiter sowie mehrere studentische Hilfskräfte. Auftraggeber der wissenschaftlichen Begleitung ist die Evangelische Landeskirche in Württemberg, vertreten durch den Oberkirchenrat, Referat 2.2: Kirchliche Zielgruppenarbeit. Kooperationspartner ist das Pädagogisch-Theologische Zentrum (ptz) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Stuttgart Birkach.

 

Aufgabenbeschreibung des KA-Forschungsprojekts

Die Württembergische Landeskirche hat im April 2000 eine neue Rahmenordnung für die Konfirmandenarbeit (KA) verabschiedet. Im Zentrum steht eine angestrebte doppelte Öffnung: eine Öffnung hin zu den Konfirmandinnen und Konfirmanden einerseits und eine Öffnung der KA hin zur Gemeinde auf der anderen Seite. Im Zuge dieser Neuausrichtung wurde außer dem herkömmlichen Modell des Konfirmandenunterrichts (KU), parallel zu Klassenstufe 7/8, ein weiteres Modell auf acht Jahre zur Erprobung ermöglicht (KU 3/8): Der Konfirmandenunterricht beginnt dann bereits im dritten Schuljahr und wird nach einer mehrjährigen Pause in Klassenstufe 8 wieder aufgenommen. Das Modell KU 3/8 soll einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der doppelten Öffnung leisten. Nach Ablauf der Erprobungszeit (Konfirmationsordnung §11a) ist zu entscheiden, wie mit dem neuen Modell auf Dauer verfahren wird. Die Landeskirche braucht für diese Entscheidung eine verlässliche empirische Datengrundlage.

Um eine solche Entscheidungsgrundlage zu schaffen, leistet dieses Forschungsprojekt die wissenschaftliche Begleitung durch eine vergleichende Evaluation aller existierenden Modelle. Unter welchen Bedingungen gelingt die angestrebte doppelte Öffnung besonders gut? Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit dem Modell KU 3. Zwei wesentliche Fragen (Zielperspektiven) durchziehen den Forschungsprozess:
(1) Wie soll KA in Zukunft gestaltet werden? (2) Wie kann die Qualität der KA verbessert werden?

Forschungsmethodisch wird der Zugang über ein mixed-methods-research-Verfahren gewählt. Alle beteiligten Personenkreise (Kinder des Modells KU 3; Jugendliche der Modelle KU 3/8, KU 7/8 etc.; Pfarrerinnen und Pfarrer, andere Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Eltern, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Kreis der Eltern sowie aus der Kinder- und Jugendarbeit, Gemeinden, Kirchengemeinderat) werden in die Untersuchung mit einbezogen und über jeweils geeignete Verfahren der qualitativen und quantitativen empirischen Sozialforschung befragt.

Das Projekt wird wissenschaftlich durch den Lehrstuhl für Praktische Theologie/Religionspädagogik an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen (Prof. Dr. Friedrich Schweitzer) vertreten. Für die Forschungsarbeit wurden zwei Projektstellen zu je 50% am Lehrstuhl eingerichtet. Der Projektzeitraum beginnt mit einer Vorlaufphase im Oktober 2005 und erstreckt sich danach über die 3-jährige Anstellungsphase der beiden Projektstellen. Regelmäßige Arbeitsgespräche zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Lehrstuhls, des Oberkirchenrats, des Pädagogisch-Theologischen Zentrums und des Synodalausschusses Bildung und Jugend begleiten und beraten die Forschungsarbeit. Vernetzungen und die Nutzung von Synergien mit inhaltlich nahe stehenden Forschungsvorhaben (z.B. am Comenius-Institut sowie der Universität Zürich) werden umgesetzt. Das Projekt hat außerdem eine bundesweite (EKD) und internationale Ausweitung erfahren.


Begleitgremium

Die wissenschaftliche Arbeit wird durch ein Gremium begleitet, das in regelmäßigen Abständen zusammentritt. Ihm gehören die folgenden Mitglieder an:

Aus dem Projektteam:
Prof. Dr. Friedrich Schweitzer (Projektleiter)
Colin Cramer (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Wolfgang Ilg (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Aus dem Pädagogisch-Theologischen Zentrum:
Prof. Dr. Christoph Th. Scheilke (Direktor)
Martin Hinderer (Dozent für die Arbeit mit Konfirmanden)
Susanne Jasch (KU 3-Projektstelle)
Kristina Schnürle (KU 3-Projektstelle)

Aus dem Oberkirchenrat:
Bernd Wildermuth (Referat 2.2, kirchliche Zielgruppenarbeit; Landesjugendpfarrer)

Aus dem Ausschuss der Landessynode für Bildung und Jugend:

Harald Klingler (Vorsitzender)
Hans Veit (vorige Legislatur)
Susanne Richter (vorige Legislatur)
Petra Ruffner-Käpplinger